Übernahmeversuch On Semiconductor versucht, Allegro Microsystems zu übernehmen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Verantwortlichen von On Semiconductor zeigen bereits seit einigen Monaten Interesse am Halbleiterhersteller Allegro Microsystems. Nun hat Onsemi ein Übernahmeangebot unterbreitet, doch die Entscheider von Allegro winken ab. Die angebotenen Konditionen sind unzureichend.

Die Verantwortlichen von Onsemi haben erneut versucht, die Entscheider von Allegro Microsystems von einer Verschmelzung der Unternehmen zu überzeugen.(Bild:  Onsemi)
Die Verantwortlichen von Onsemi haben erneut versucht, die Entscheider von Allegro Microsystems von einer Verschmelzung der Unternehmen zu überzeugen.
(Bild: Onsemi)

Gerade erst haben die Verantwortlichen von On Semiconductor (Onsemi) ein Sparpaket beschlossen, in dessen Rahmen mehr als 2.000 Stellen gestrichen werden könnten. Doch das bedeutet nicht, dass nicht weiterhin Investitionsinteressen bestehen. Das zeigt ein im Februar 2025 unterbreitetes Übernahmeangebot, das von Onsemi an den Halbleiterhersteller Allegro Microsystems gesendet wurde. Allegro konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung von Sensor-ICs und anwendungsspezifische analoge Leistungs-ICs, die in den Bereichen erneuerbare Energien, Automotive und Automatisierung Anwendung finden.

Eigenen Worten habe man bei Onsemi bereits seit wenigstens sechs Monaten Interesse an Allegro – das ursprüngliche Angebot im September 2024 umfasste 34,50 US-Dollar pro Allegro Aktie. Anfang März wurde von Onsemi bekannt gegeben, dass man ein unaufgefordertes Übernahmeangebot geschickt habe – die Sprecher von Allegro bestätigen dies. Am 12. Februar 2025 habe Onsemi ein Bargeldgeschäft angeboten, in dessen Rahmen man Allegro übernehmen wolle. Das Angebot umfasst dieses Mal 35,10 US-Dollar pro Wertpapier der Allegro-Stammaktien auf vollständig verwässerter Basis zu einem impliziten Unternehmenswert von 6,9 Milliarden US-Dollar.

Das bedeutet, dass bei der Berechnung des Kaufpreises nicht nur die derzeitige Zahl an ausstehenden Aktien berücksichtigt wird, sondern auch alle möglichen zukünftigen Aktien, die durch die Ausübung von Optionen oder die Umwandlung von Schuldtiteln in Aktien erzeugt werden könnten.

Gemeinsame Stärke für Automotive- und Industrie-Märkte

Vonseiten Onsemis sieht man in der Verschmelzung der beiden Unternehmen diverse Vorteile, unter anderem überzeugende strategische Argumente, die Kunden und Mitarbeitern Vorteile bringen, weil sich das Portfolio beider Firmen optimal ergänzt. Zu zweit sei man eben stärker, insbesondere in den aktuell eher strauchelnden Bereichen Industrie und Automotive.

Bei Allegro hingegen sieht man auf Basis des aktuellen Angebots keine Verhandlungsbasis. „Der Verwaltungsrat von Allegro hat den Vorschlag in Absprache mit seinen unabhängigen Finanz- und Rechtsberatern geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass der Vorschlag unangemessen ist“, wurde am 6. März 2025 mitgeteilt. Seit dem 27. Februar 2025 befindet sich die Aktie von Allegro nach einem Absturz im Juli 2024 wieder auf einem leichten Höhenflug, mit einem Wert von über 27 US-Dollar pro Papier (Stand: 10. März 2025).

Sollte man sich bei Onsemi nun nicht für eine weitere Erhöhung des Angebots entscheiden, könnte man nun ohne Zustimmung des Allegro-Managements direkt an die Aktionäre herantreten, um ihnen die Transaktion schmackhaft zu machen. (sb)

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