Ein Blick unter die Haube des spektakulärsten Hypercars der Welt offenbart eine technologische Revolution, die unsere Vorstellung von Elektromobilität und Batterietechnik völlig neu definiert. Der Bugatti Tourbillon ist nicht nur ein Auto. Er ist ein fahrendes Technologielabor.
Der Tourbillon bring das Know-how von Rimac in einen Bugatti.
(Bild: Rimac Group Ltd.)
Während die Autowelt noch über konventionelle Batterieblöcke diskutiert, hat Rimac Technology eine Lösung entwickelt. Eine T-förmige 25-kWh-Batterie, die gleichzeitig als tragendes Strukturelement fungiert. Diese Geometrie ist kein Designgimmick, sondern pure Ingenieurskunst.
Das Geniale an dieser Konstruktion liegt in ihrer Doppelfunktion. Die Batterie ist nicht nur Energiequelle, sondern wird zum Rückgrat des gesamten Fahrzeugs. Diese Integration spart nicht nur erhebliches Gewicht, sondern erhöht auch die Torsionssteifigkeit des Chassis dramatisch.
Ölgekühlte Zellen: Revolutionäre Thermodynamik
Herzstück der Batterie sind über 1.500 Einzelzellen, die in einem speziellen Ölbad schwimmen. Diese Öl-Kühltechnologie übertrifft herkömmliche Luft- oder Wasserkühlung bei weitem und ermöglicht eine gleichmäßige Temperaturverteilung über alle Zellen hinweg. Die Effizienz bei extremen Leistungsanforderungen steigt dadurch exponentiell. Außerdem verlängert sich die Batterielebensdauer durch optimale Betriebstemperaturen deutlich.
Besonders beeindruckend ist die kompakte Bauweise ohne aufwendige Kühlkanäle. Das fünfte Generation Battery Management System überwacht dabei jede einzelne Zelle in Echtzeit und erfüllt den höchsten Automobilsicherheitsstandard ASIL D.
Elektromotoren: 24.000 Umdrehungen pro Minute
Drei Elektromotoren mit je 24.000 Umdrehungen pro Minute sorgen für ein Formel-1-Niveau für die Straße. Diese extremen Drehzahlen ermöglichen eine enorme Leistungsdichte. Trotz dieser irrsinnigen Rotationsgeschwindigkeiten arbeiten die Motoren so effizient und präzise, dass sie gleichzeitig als Starter, Generator und Leistungsverstärker fungieren können.
Diese Multifunktionalität eliminiert herkömmliche 12-Volt-Systeme und riemengetriebene Nebenaggregate komplett. Jeder der drei Motoren ist ein Meisterwerk der Präzisionsmechanik, das bei Höchstgeschwindigkeit von 445 km/h noch immer zuverlässig funktioniert. Die Ingenieursleistung wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass diese Motoren bei extremen Temperaturen und G-Kräften ihre volle Leistung erbringen müssen.
SiC-Technologie: Der Quantensprung
Die Silicon-Carbide-Inverter von Rimac stellen alles in den Schatten, was bisher in Elektrofahrzeugen verbaut wurde. Diese Halbleitertechnologie reduziert Energieverluste um bis zu 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Silizium-chips und ermöglicht dabei höhere Schaltfrequenzen für eine präzisere Motorregelung.
Silicon-Carbide verträgt extreme Temperaturen ohne Leistungseinbußen und ermöglicht eine kompaktere Bauweise bei gleichzeitig höherer Leistung.
Spannung: 800-Volt-Architektur
Während die meisten Elektroautos noch mit 400 Volt arbeiten, setzt der Tourbillon auf 800-Volt-Technologie. Die Hochvolttechnologie ermöglicht schnellere Ladezeiten und ermöglicht dünnere Kabel bei gleicher Leistungsübertragung. Die Wärmeverluste im gesamten System sinken drastisch, während die Systemeffizienz bei Spitzenleistung neue Maßstäbe setzt.
Thermomanagement: Kühlung als Kunst
Das ausgeklügelte Thermomanagement ist vielleicht die unterschätzteste Innovation des Tourbillon. Drei separate Kühlkreisläufe sorgen dafür, dass Batterie, Elektromotoren und Leistungselektronik auch bei 445 km/h ihre optimale Betriebstemperatur halten. Das Ergebnis ist konstante Leistung ohne Drosselung, selbst bei wiederholten Vollgas-Fahrten auf anspruchsvollsten Rennstrecken. Diese Präzision im Thermomanagement ist ein Schlüsselfaktor für die außergewöhnliche Leistungskonstanz des Tourbillon.
Multifunktionale Integration: Ein Motor, viele Talente
Die Elektromotoren sind wahre Multitalente und übernehmen verschiedenste Aufgaben im Fahrzeug. Sie dienen als Antrieb für rein elektrisches Fahren, fungieren als Startmotor für den gewaltigen V16-Motor und arbeiten als Generator zur Energierückgewinnung. Gleichzeitig ermöglichen sie präzises Torque-Vectoring für optimale Kurvenlage und bieten eine nahtlose Boost-Funktion für die Leistungsentfaltung.
Diese Integration verschiedener Funktionen in einem System zeigt die Raffinesse moderner Elektrotechnik. Wo früher mehrere separate Systeme nötig waren, übernimmt nun ein einziger Elektromotor alle Aufgaben mit höchster Präzision und Effizienz.
Minimalistisch: Die 25 kWh Batterie
Mit nur 25 kWh Batteriekapazität über 60 Kilometer rein elektrisch zu fahren, demonstriert die Effizienz dieser Technologie eindrucksvoll. Ein durchschnittliches Elektroauto benötigt für die gleiche Reichweite etwa 15 bis 20 kWh, allerdings ohne 1.600 PS Systemleistung in der Hinterhand zu haben.
Rimac beweist damit, dass Elektrifizierung nicht nur umweltfreundlich, sondern auch leistungssteigernd sein kann. Jede Technologie, die im Tourbillon zum Einsatz kommt, wird in den kommenden Jahren in Serienfahrzeugen von Porsche, BMW und anderen Herstellern auftauchen. 250 Exemplare ab 2026 werden gebaut, jeder einzelne ein Technologieträger für die Elektromobilität von morgen. (mr)
Stand: 08.12.2025
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