Leistungselektronik Test Wie aus dem eigenen Fahrrad ein Pedelec wird

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 3 min Lesedauer

Pedelecs werden häufig fälschlicherweise als E-Bike bezeichnet. Sie unterstützen den Fahrer bis 25 km/h und sind in der Regel teuer. Was aber, wenn man sein Fahrrad einfach gerne hat, aber zu faul zum Treten ist? Ein Umbau-Kit ist hier die Lösung. Wir haben das getestet.

Eine Übersicht der Komponenten, welche im Kit enthalten sind. Je nach Variante mit der größeren oder mobileren Batterie.(Bild:  Swytch Bike)
Eine Übersicht der Komponenten, welche im Kit enthalten sind. Je nach Variante mit der größeren oder mobileren Batterie.
(Bild: Swytch Bike)

Vorab: Für diesen Test wurde uns das Pedelec-Umbau-Kit kostenlos zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinen Einfluss auf unsere Bewertung – wir testen unabhängig und objektiv, um dir einen ehrlichen Eindruck von den Stärken und Schwächen des Produkts zu geben.

Bei dem getesteten Kit handelte es sich um das Umbau Kit von Swytch Bike. Einem Unternehmen das durch eine Indiegogo Kampagne groß geworden ist.

Bildergalerie

Der erste Eindruck

Ich habe bereits schon einmal ein Umbau-Kit benutzt, welches ich aus Fernost bestellt habe. Die Unterschiede sind sofort spürbar. Sowohl der Antrieb als auch die Leistungselektronik mit verbauter Batterie machen einen sehr wertigen Eindruck. Bei dem Antrieb handelt es sich um einen Radnaben-Motor mit 250 Watt, sowie 40 Nm Drehmoment.

Der Umbau

Der Umbau geht schnell. Zuerst wird das zuvor in der richtigen Größe ausgesuchte und bereits eingespeichte Vorderrad mit einem Schlauch und Reifen versehen. Im getesteten Fall war das ein Single-Speed-Fahrrad mit 28 Zoll. Das Fahrrad hat V-Bremsen (Felgenbremse). Das Umbau-Kit erlaubt aber auch die Nutzung von Scheibenbremsen. Ist das Vorderrad fertig vorbereitet, tauscht man es lediglich mit dem vorhandenen und verlegt das Kabel. Als nächstes kommt der Sensor an die Reihe. Um zu erkennen, ob der Fahrer auch wirklich tritt, wird hierfür eine Scheibe mit Magneten am Tretlager befestigt. Die Rotation der Scheibe, die an einem Sensor vorbeigeführt wird, ermöglicht dann die Detektion der Drehbewegung. Der Sensor wird direkt am Tretlager angeklebt und anschließend ausgerichtet. Auch dieses Kabel wird am Rahmen verlegt.

In unserem Testkit ist ein optionales Display mit enthalten. Es zeigt die Geschwindigkeit an und lässt eine Wahl der Unterstützung zu. Sobald dieses am Lenker angeschraubt ist, ist man eigentlich fertig. In unter 30 Minuten wurde aus dem alten Rad ein modernes E-Bike.

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Das besondere

Die Besonderheit des Umbau-Kits ist, dass Leistungselektronik und Batterie in einer Einheit zusammengebaut sind. Diese ist dazu einfach mit einem Klettverschluss oder wie in der Air-Variante des Umbau-Kits zum einhängen einfach an den Rahmen oder den Lenker anzubringen.

So ist die Elektronik schnell im Rucksack verstaut und kann so in der Wohnung aufgeladen werden, oder im Rucksack verstaut werden.

Das Ladegerät lädt mit 2 A. So kann innerhalb von einer Stunde 16 km Reichweite „nachgetankt“ werden. Je nach Variante hat der Akku eine Kapazität von 90 Wh bis hin zu 370 Wh. Nach Herstellerangaben sind somit bis zu 96 km möglich. Im Test 180 Wh Variante wurde der Wert nicht ganz erreicht, allerdings ging es auch mal den ein oder anderen steileren Berg hinauf. Allerdings kann man auf jeden Fall auch die ein oder andere größere Tour machen.

Support

Da das umgebaute Fahrrad ein Rad ohne Schaltung war und man hier die ein oder andere Besonderheit hat, wurde der Swytch-Support in Anspruch genommen, welcher auch direkt eine zugige und kompetente Lösung lieferte.

Das Fahrverhalten

Die erste Fahrt begeisterte direkt. Die 40 Nm sind vollkommen ausreichend, um auch mal längere Anstiege ohne Anstrengung zu meisten. Durch die Abnehmbare Leistungselektronik ist das Laden des Fahrrads auch dann möglich, wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat im Eigenheim an der Steckdose am Stellplatz zu laden. Der Umbau war einfach und kann ohne Probleme von Leuten durchgeführt werden, die zumindest nicht das erste Mal einen Schraubenschlüssel in der Hand haben. Wer sich das aber nicht zutrauen sollte, kann sich zumindest in England und Schottland an einen Partner-Shop von Swytch wenden. Dort wird der Umbau dann vom Fachbetrieb durchgeführt. Vielleicht wird das Netzwerk auch zukünftig in Deutschland ausgebaut.  (mr)

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