Ein nachhaltiges Stadion für München SAP Garden startet mit leistungsstarker Ladetechnologie durch

Von Michael Richter 4 min Lesedauer

Um auch in Zukunft Großveranstaltungen nachhaltig genießen zu können, ist in München der SAP Garden entstanden. Das Stadion wird für die Heimspiele des Eishockeyclubs EHC Red Bull München (DEL) und für die des Basketballteams des FC Bayern München (BBL) genutzt. Nachhaltige Konzepte sollen nun den Veranstaltungen auch einen grünen Touch geben.

Jörg Lohr und Robert Klug vor dem SAP Garden.(Bild:  Heinemann)
Jörg Lohr und Robert Klug vor dem SAP Garden.
(Bild: Heinemann)

Die Stahldachkonstruktion ist über 5.000 Tonnen schwer und mit einer 8.000 Quadratmeter großen Blumenwiese begrünt. Im Inneren der Sportarena befinden sich vier Eisflächen, 13 Kioske, 500 TV-Screens und 224 Parkplätze. Bis zu 11.500 Sportfans können sich die Eishockeyspieler des EHC Red Bull München sowie der Basketball-Abteilung des FC Bayern München an Spieltagen ansehen. Ein Blick auf diese Zahlen allein untermauert: Der topmoderne, erst jüngst fertiggestellte SAP Garden im Herzen des Münchner Olympiaparks ist alles andere als gewöhnlich. Vor allem in Sachen Nachhaltigkeit überzeugt die Arena mit einem ganzheitlichen Konzept, von der Tiefgarage bis zur Dachterrasse. Die Ladeinfrastruktur im SAP Garden wurde in Zusammenarbeit zwischen ChargeOne, der E-Mobility-Marke der Firma Claus Heinemann Elektroanlagen, und Compleo Charging Solutions geplant und umgesetzt.

Der SAP Garden in München im Olympiapark steht auf der Fläche des ehemaligen Olympia-Radstadions.(Bild:  Heinemann)
Der SAP Garden in München im Olympiapark steht auf der Fläche des ehemaligen Olympia-Radstadions.
(Bild: Heinemann)

Der SAP Garden ist eine der modernsten Multifunktionsarenen Europas. Die Zukunftsorientierung des Projekts zeigt sich auch am Ladekonzept für E-Fahrzeuge in der Tiefgarage. Da es über eine Photovoltaikanlage mit insgesamt 799 PV-Modulen verfügt und die Gesetzeslage diesbezüglich noch nicht klar geregelt ist, wird aktuell zwar noch kein öffentliches Laden angeboten. Die Ladestationen können aber intern verwendet werden, indem sich die Nutzer via RFID-Karte autorisieren. Seit dem Einzug von Red Bull in den SAP Garden im Sommer 2024 kommen die Ladepunkte regelmäßig zum Einsatz. Heinemann fungiert als Chargepoint Operator (CPO) und ist für System, Leistung, Wartung und zukünftig auch für Payment und Abrechnung zuständig. Compleo stellt die Ladetechnologie.

Starkes Team aus Schnellladern und Wallboxen

In der Tiefgarage haben Compleo und Heinemann 24 eBOXen mit je 22 kW Wechselstrom (AC) sowie 3 vom Typ Cito 500 mit je einmal 50 kW Gleichstrom (DC) und einmal 22 kW AC installiert. Die Cito-Schnelllader adressieren insbesondere die Anwender im SAP Garden, die ihr Fahrzeug schnell laden möchten. Sie unterstützen Schnellladen auch an kleineren Netzanschlüssen und punkten zudem mit SAM-Technologie, mit der Betreiber eichrechtskonform abrechnen können. Zahlreiche Parkplätze im SAP Garden sind zudem mit Wallboxen ausgestattet. Hierdurch sollen verschiedenste Ladeanforderungen und -bedarfe angesprochen werden.

Weniger Anschlussleistung benötigt

Außerdem wurde die Ladeinfrastruktur so aufgebaut, dass Erweiterungen problemlos möglich sind. „Dazu zählen etwa öffentliches Laden oder Laden für bestimmte Zielgruppen wie VIP-Gäste mittels Ad-Hoc-Laden über QR-Code, Roaming und weiteres“, berichtet Jörg Lohr, CEO von Compleo Charging Solutions. Im derzeitigen Ausbau sei diesbezüglich kein Lastmanagement erforderlich. „Dennoch nutzen wir das Master/Slave Lademanagementsystem (LMS) der eBOXen mit statischen Einstellungen, da alles bereits auf eine Verdoppelung der Wallboxen ausgelegt ist“, fügt Lohr hinzu. Es gebe eine gewisse Last oder Leistung, die zur Verfügung stehe. Je nach Lademöglichkeit und Batteriefüllstand des Fahrzeugs sorgten die Ladeboxen dafür, dass effizient geladen werde. Da weniger Anschlussleistung benötigt wird, muss weniger Material oder Netzanschluss zur Verfügung stehen, was der Umwelt zugutekommt und Kosten spart.

Nachhaltigkeit muss ganzheitlich gedacht werden

Es gibt zahlreiche weitere Aspekte, die in ihrem Zusammenspiel die Nachhaltigkeit des Gebäudes fördern. Elektrotechnisch gehört hierzu etwa die Ladeinfrastruktur, aber auch präsenzgesteuerte Beleuchtungsregelung, moderne energiesparende Energieverteilungssysteme, die Verwendung qualitativ hochwertiger und langlebiger Materialien, Photovoltaik-Anlage und vieles mehr. Die eBOX von Compleo spart ebenfalls viel Material in der Installation. Sie lässt sich schnell skalieren, und es können beliebig viele Produkte angeschlossen werden. „Nachhaltigkeit muss ganzheitlich gedacht und umgesetzt werden. Das zeigt sich bei diesem Projekt eindrücklich. Hier haben alle an einem Strang gezogen“, lobt Lohr.

Jörg Lohr und Robert Klug an einer der 24 eBOXen mit je 22 kW Wechselstrom (AC).(Bild:  Heinemann)
Jörg Lohr und Robert Klug an einer der 24 eBOXen mit je 22 kW Wechselstrom (AC).
(Bild: Heinemann)

Expertise „made in Germany“

Robert Klug, CEO von Claus Heinemann Elektroanlagen, verantwortlich für die Installation der Elektrotechnik und Stromversorgung im SAP Garden, erläutert, warum die Wahl auf Compleo fiel: „Ausschlaggebend waren Verlässlichkeit und Leistungsstärke, die gute Kombination aus Schnelllader und Wallbox.“ Zudem sei auch zugunsten der Nachhaltigkeit darauf geachtet worden, einen deutschen Hersteller zu wählen. „Der SAP Garden steht für Nachhaltigkeit von der Tiefgarage bis zum Dach. Außerdem können Compleo und Heinemann alles aus einer Hand bieten: innovative Ladelösungen ebenso wie Service, Beratung, Wartung und technischen Support.“

Vertrauensvolle Zusammenarbeit der Projektpartner

Die Installation der Ladetechnologie dauerte mit Unterstützung der Bauleitung durch Red Bull Stadion nur wenige Tage. Nach der Klärung der Anforderungen und der Aufteilung der Infrastruktur auf vier Unterverteiler konnte das Projekt zügig starten. Die Ermittlung des Bedarfs und die Fertigstellung dauerten insgesamt vier Monate. Die Zusammenarbeit der Projektpartner, wie Claus Heinemann Elektroanlagen, wurde von allen Beteiligten als konstruktiv und lösungsorientiert beschrieben. Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten wurden offen angesprochen, was die erfolgreiche Umsetzung des Projekts erleichterte.

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2030 soll der Bedarf an öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur laut aktueller Studie bei mehr als 440.000 Ladepunkten liegen. Das Beispiel SAP Garden verdeutlicht, wie Ladeinfrastrukturprojekte durch die Zusammenarbeit erfahrener Partner erfolgreich umgesetzt werden können.  (mr)

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