Halbleiter-Allokation Gemeinsam das fehlende Bauteil suchen oder ersetzen

Von Gerd Kucera

„Die Nachfrage nach einer Second Source für Halbleiter wird unabhängig von Krisen zunehmen“, sagt Stefan Angele, Geschäftsführer von Systemtechnik LEBER, und nennt als Gründe ein kürzere Produktlebensdauer und vermehrte Bauteilabkündigungen. Bei der Suche nach Bauteilalternativen bietet sein Entwickler-Team Unterstützung an.

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Systemtechnik LEBER unterstützt beim Beschaffen und Eindesignen von Bauteilalternativen.
Systemtechnik LEBER unterstützt beim Beschaffen und Eindesignen von Bauteilalternativen.
(Bild: Systemtechnik LEBER)

Die ungebrochen hohe Nachfrage nach dedizierten Bauteilen sorgt für eine Verknappung. Diese Situation einer Allokation ist nichts Neues, hat aber eine neue Dimension in der gegenwärtigen Pandemie. Der Mangel an Elektronikkomponenten lähmt inzwischen die Lieferfähigkeit. Und für Produkte, die ursprünglich wenige Cent gekostet haben, sind in mitunter zweistellige Preise zu zahlen. Sofern es diese Bauteile denn rechtzeitig gibt.

Stefan Angele: „Wer auf eigene Faust nach Bauteil-Alternativen sucht, erkennt: so einfach ist das nicht. Deshalb bieten wir unsere Unterstützung dazu an.“
Stefan Angele: „Wer auf eigene Faust nach Bauteil-Alternativen sucht, erkennt: so einfach ist das nicht. Deshalb bieten wir unsere Unterstützung dazu an.“
(Bild: Systemtechnik LEBER)

Stefan Angele bezeichnet seine Mitarbeiter seit je her als findige Produktentwickler. Und das gilt erst recht jetzt, wenn Bauteile knapp sind. Seit über 30 Jahren ist das Unternehmen ein etablierter Anbieter von Lösungen im Systems Engineering, in der Elektronik und bei Stromversorgungen. Die mittelfränkischen Dienstleister haben ihr Leistungsportfolio erweitert und unterstützen bei Beschaffung, beim Test oder Anpassen von Bauteilalternativen wie Leistungshalbleiter oder auch Mikroprozessoren.

Gemeinsam schneller zum passenden Bauteil

Dazu Jörg Klenke, Leiter Produktentwicklung und Projekte bei Systemtechnik LEBER: „Wie genau unsere Unterstützung aussieht, hängt vom Auftraggeber ab: in manchen Fällen suchen wir nach passenden Alternativen zum bisher eingesetzten Bauteil. In anderen Fällen wurde die Second Source in Eigenregie recherchiert und die Bauteile dann von uns auf ihre Funktionstüchtigkeit und ihren Zustand hin getestet – und mitunter dann auch gleich implementiert. Und falls eine Software-Anpassung notwendig ist, können wir diese ebenso sofort übernehmen“.

Bei der Dienstleistung von LEBER stünde stets die rasche Umsetzung im Fokus, damit der Auftraggeber auch kurzfristig lieferfähig bleibt. Weil dessen Mitarbeiter häufig die Zeit zur Suche nach Second Sources sowie für deren Anpassung fehle, werde diese Aufgabe zunehmend ausgelagert.

So funktioniert die Unterstützung durch das LEBER-Team

Mit der Auftragserteilung müssen sämtliche technische Daten des zu ersetzenden Bauteils sowie die Design-Beschreibung des Schaltungsteils an die LEBER Ingenieure übergeben werden. Diese recherchieren anschließend im Netzwerk „STL LEBER Distributoren“ sowie bei großen Bestückern und deren Netzwerken nach passenden Second Sources. Da Systemtechnik LEBER bereits seit über 30 Jahren Elektronik und Produkte entwickelt, anpasst und sogar selbst herstellt, kann das Unternehmen auf ein großes Lieferanten- und Distributoren-Netz zurückgreifen. Über den direkten Draht werden Bauteilverfügbarkeiten so besonders schnell abgeklärt.

Die Bauteilsuche selbst nimmt daher in der Regel nur wenig Zeit in Anspruch und ist bereits in vielen Fällen erfolgreich verlaufen. Notwendige Design-Anpassungen sind nach einigen Wochen abgeschlossen. Für die Lieferung von Mustern sowie das dazugehörige Testing seien 6 bis 12 Wochen einzuplanen mit Expressservice der Leiterplattenbeschaffung, je nach Komplexität und Testtiefe. Neben der Zeitersparnis habe die Zusammenarbeit mit Systemtechnik LEBER aber noch einen weiteren Vorteil: ein Maximum an Sicherheit bezüglich der Herkunft oder des Zustands der Bauelemente. Denn die Elektronikspezialisten erkennen gefälschte oder überlagerte bzw. nicht funktionstüchtige Ware in den allermeisten Fällen auf den ersten Blick – oder können deren Echtheit und Tauglichkeit anhand einfacher Tests feststellen.

Stefan Angele sieht in der Portfolioerweiterung einen Bereich mit Zukunftspotenzial: „Die Nachfrage nach Second Sources wird, unabhängig von Krisen wie der aktuellen Pandemie, in Zukunft weiter steigen. Das liegt daran, dass die Produktlebenszyklen dieser Produkte immer kürzer und Bauteile immer schneller abgekündigt werden, die dann über die Standardbezugsquellen nicht mehr zu bekommen sind.“.

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