Forschung auf höchstem Niveau 75 Jahre Fraunhofer – 75 Jahre Forschung und Innovation

Von Michael Richter 3 min Lesedauer

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Joseph von Fraunhofer (1787–1826) ist Namensgeber für eine der renommiertesten Forschungsgesellschaften überhaupt. Seine herausragende Leistung bestand in der Verbindung von Wissenschaft und praktischer Anwendung. Mit inzwischen mehr als 30.000 Mitarbeitern ist Fraunhofer die größte Forschungsgesellschaft Europas.

Fraunhofer: Innovation seit 75 Jahren.(Bild:  Fraunhofer)
Fraunhofer: Innovation seit 75 Jahren.
(Bild: Fraunhofer)

Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. wurde am 26. März 1949 in München gegründet. Aktuell betreibt die Gesellschaft über 70 Institute und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland. Dazu kommen aber auch noch Standorte auf fast allen Kontinenten. Jedes Institut konzentriert sich hierbei auf unterschiedliche Forschungsfelder, die von Informations- und Kommunikationstechnologie über Material- und Bauforschung bis hin zu Lebenswissenschaften, Umweltforschung und Energieeffizienz reichen.

Finanziert wird die Fraunhofer-Gesellschaft sowohl aus öffentlichen Mitteln des Bundes und der Länder als auch durch Einnahmen aus Forschungsaufträgen der Industrie und aus Lizenzgebühren. Dieses Modell ermöglicht es, flexibel auf die Bedürfnisse des Marktes zu reagieren und gleichzeitig Grundlagenforschung zu betreiben, die langfristige Innovationen hervorbringt.

MP3 – die wohl bekannteste Entwicklung

Es wurden in den 75 Jahren Geschichte einige bedeutende Erfindungen gemacht, welche uns täglich im Alltag begleiten. Aber die wahrscheinlich bekannteste Entwicklung der Fraunhofer-Gesellschaft ist das MP3-Format. Diese Technologie revolutionierte die Art und Weise, wie wir Musik speichern und wiedergeben, und legte den Grundstein für digitale Musikformate und -player. Entwickelt wurde das Format in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS.

Dazu kommen aber auch noch zahlreiche Weiterentwicklungen von Produkten, sowie Grundlagenforschung auf allen erdenkbaren Gebieten. Besonders hervorzuheben sind hier aber folgende:

  • Quantentechnologien: Hierzu gehört die Entwicklung von Quantencomputern, die potenziell Probleme lösen können, die für heutige Supercomputer unzugänglich sind. Diese Forschung könnte die Informationsverarbeitung, Materialwissenschaften und viele andere Bereiche revolutionieren.
  • Nachhaltige Energiesysteme und Umwelttechnologien: Forschungen, die sich mit der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen, Energieeffizienz und Technologien zur Verringerung von Umweltbelastungen befassen. Dies umfasst auch die Entwicklung von Wasserstofftechnologien als nachhaltige Energiequelle.
  • Digitale Medizin und Gesundheitstechnologien: Innovative Lösungen im Gesundheitswesen, wie die Entwicklung von neuen Diagnoseverfahren, personalisierter Medizin und mobilen Gesundheitsanwendungen, die zu effizienteren und effektiveren Behandlungen führen können.
  • Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen: Forschungen, die darauf abzielen, Algorithmen und Systeme zu entwickeln, die selbständig lernen und Aufgaben erfüllen können, die bisher menschliche Intelligenz erforderten. Dies hat Auswirkungen auf nahezu alle Industriezweige, von der Fertigung über die Automobilindustrie bis hin zum Finanzsektor.
  • Materialwissenschaften und Neue Materialien: Die Entwicklung von neuen Materialien mit verbesserten oder völlig neuen Eigenschaften kann zu Fortschritten in vielen Bereichen führen, einschließlich der Luft- und Raumfahrt, der Biomedizin und der Elektronik.
  • Cybersicherheit und Datenschutz: Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung ist die Forschung in den Bereichen Cybersicherheit und Datenschutz entscheidend, um die Sicherheit von Informationen und die Privatsphäre von Individuen zu gewährleisten.
  • Autonome Systeme: Die Entwicklung von Technologien, die es Systemen ermöglichen, ohne menschliches Eingreifen zu operieren. Dies schließt autonome Fahrzeuge, Drohnen und robotergestützte Systeme für eine Vielzahl von Anwendungen ein.

Natürlich gibt es auch sehr interessante Entwicklungen im Bereich der Medizin und klinischen Forschung. Ein zentrales Element dieser Bemühungen ist das Fraunhofer 4D-Modell, das sich auf die Bereiche "Drugs", "Diagnostics", "Devices" und "Data" konzentriert. Durch die Bündelung von Kompetenzen aus verschiedenen Instituten entwickelt die Fraunhofer-Gesellschaft systematische und kostengünstige Lösungsansätze für Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung. Die transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Informatikern/Mathematikern spielt dabei eine Schlüsselrolle, um die Vision einer individualisierten und dennoch bezahlbaren HighTech-Medizin voranzutreiben.

„Ganz in der Tradition ihres Namensgebers steht die Fraunhofer-Gesellschaft für die Verbindung von wissenschaftlichem Forschergeist und Unternehmertum. Der effiziente und nachhaltige Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung ist der rote Faden, der sich durch unsere nunmehr 75-jährige Geschichte zieht. Dabei beruht der Erfolg auf dem Einsatz der über 30 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich jeden Tag dafür engagieren, innovative Lösungen für aktuelle und zukünftige Märkte zu entwickeln und so unseren Kooperationspartnern den entscheidenden Vorteil im internationalen Wettbewerb liefern. Ihnen allen ist zu danken“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, anlässlich des Jubiläums.

Die ELEKTRONIKPRAXIS gratuliert ganz herzlich und wünscht viele weitere erfolgreiche Jahre der Forschung und Entwicklung. (mr)

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