Kondensatoren 19-Fach höhere Kapazitäten bei Kondensatoren erreicht

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Forscher der Washington University in St. Louis haben unter der Leitung von Assistenzprofessor Sang-Hoon Bae einen wegweisenden Durchbruch erzielt. Sie entwickelten ein neuartiges Material, welches die Zukunft der elektrostatischen Energiespeicherung verändern könnte. Die Energiedichte des Materials übertraf die von herkömmlichen ferroelektrischen Kondensatoren um das 19-fache.

Künstliche Heterostrukturen aus freistehenden 2D- und 3D-Membranen, welche im Labor von Sang-Hoon Bae entwickelt wurden, haben eine bis zu 19-mal höhere Energiedichte als kommerziell erhältliche Kondensatoren. (Bild:  Bae Lab)
Künstliche Heterostrukturen aus freistehenden 2D- und 3D-Membranen, welche im Labor von Sang-Hoon Bae entwickelt wurden, haben eine bis zu 19-mal höhere Energiedichte als kommerziell erhältliche Kondensatoren.
(Bild: Bae Lab)

Die Innovation basiert auf so genannten 2D/3D/2D-Heterostrukturen. Durch ihre außergewöhnlich geringe Dicke von nur 30 Nanometern und ihre beispiellose Effizienz beeindrucken die 2D/3D/2D-Heterostrukturen. Bei dieser Materialkombination, werden abwechselnde Schichten von zweidimensionalen (2D) und dreidimensionalen (3D) Materialien hergestellt. Diese Strukturen ermöglichen einzigartige Kontrolle über die elektrischen und mechanischen Eigenschaften des Materials. In der Forschung der Washington University in St. Louis wurde diese Technik nun genutzt, um die Leistungsfähigkeit von Kondensatoren deutlich zu steigern. Durch eine gezielte Anordnung der Schichten lässt sich die Energiedichte erhöhen und Energieverluste minimieren. Dies wurde dann wiederum ausgenutzt, um die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Kondensatoren erheblich zu verbessern.

„Wir fanden heraus, dass die dielektrische Relaxationszeit durch eine sehr kleine Lücke in der Materialstruktur moduliert oder induziert werden kann“, erklärte Bae. „Dieses neue physikalische Phänomen hatten wir zuvor noch nicht gesehen. Es ermöglicht uns, dielektrisches Material so zu manipulieren, dass es sich nicht polarisiert und seine Ladungsfähigkeit verliert.“

Der Ansatz zur Kombination von Materialien auf atomarer Ebene wurde genutzt, um die Eigenschaften dieser Heterostrukturen zu optimieren. Durch die Reduzierung von Energieverlusten und die Maximierung der Speicherkapazität konnten sie eine Effizienz von über 90 Prozent erreichen. Diese beeindruckende Leistung resultiert aus der gezielten Manipulation der Materialeigenschaften auf nanoskopischer Ebene. Dies hat dazu beigetragen, dass Energie effizienter gespeichert und abgegeben werden kann.

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Die verbesserten Kondensatoren könnten weitreichende Auswirkungen auf zahlreiche Branchen haben. In der Hochleistungselektronik könnten sie die Effizienz und Leistung von Geräten erheblich steigern. Besonders spannend ist jedoch ihr Potenzial in grünen Technologien, wie Elektrofahrzeugen. Hier könnten sie dazu beitragen, die Reichweite und Ladezeiten von Batterien zu verbessern.

Noch ist die Zukunft ungewiss

Obwohl die Forschungsergebnisse bereits vielversprechend sind, befindet sich das Projekt leider noch in einer sehr frühen Phase. Es sind weitere Untersuchungen und Tests erforderlich. Gerade Punkte wie Massenproduktion und Langzeitstabilität sind für eine praktische Anwendbarkeit von enormer Bedeutung. Dennoch ist das Team um Sang-Hoon Bae sehr optimistisch, dass ihre Arbeit die Grundlage für die nächste Generation von Energiespeichersystemen legen könnte.

Dennoch ist die Herstellungskomplexität, Langzeitstabilität und Skalierbarkeit solcher Produkte nicht zu unterschätzen. Daher bleibt nun abzuwarten, wann und ob die Technologie Einzug in unseren Alltag hält. Denn in Sachen Energiedichte, Effizienz und Miniaturisierung könnte damit wirklich ein großer Schritt in Sachen Energiespeicherung erzielt werden.  (mr)

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